FDP: Wir wollen das Erwitter Gymnasium erhalten
Scharfe Kritik an BG für deren Auflösungs-Initiative
ERWITTE. Wer das Erwitter Gymnasium erhalten will, darf dieses nicht leichtfertig zu einer Integration in eine Gemeinschaftsschule anbieten, waren sich die Liberalen in ihrer heutigen Diskussion um das Schulkonzept für Anröchte und Erwitte einig. Deshalb wurde die Bürgergemeinschaft für genau diesen Vorschlag scharf kritisiert.
Hubert Hense, schulpolitischer Sprecher der FDP: „Die Position der FDP ist klar: Wir wollen das Erwitter Gymnasium erhalten.“
Zum Schulkonzept fasst die FDP folgenden Beschluss:
1. Unser Ziel ist ein gemeinsames Schulkonzept für Anröchte und Erwitte. Nur so können wir den Bestand von weiterführenden Schulen in beiden Orten sichern. Der gemeinsamen Sitzung am 14. März in Erwitte sollte eine weitere Sitzung in Anröchte folgen.
2. Die beiden Hauptschulen sollen ab dem Schuljahr 2012/2013 in einem Zweckverband oder einer Verbundschule kooperieren. Die Realschule Anröchte ist in diesen Verbund sofort oder mittelfristig einzubeziehen. Die FDP legt großen Wert auf eine gleichberechtigte Partnerschaft. Die Angebote und Möglichkeiten für die Schüler werden durch diese Zusammenarbeit erheblich ausgeweitet. In der von der SPD geforderten Gemeinschaftsschule mit gymnasialen Standards sind die Hauptschüler zumindest in den Klassen 5 und 6 völlig überfordert, oder die gymnasialen Standards werden erheblich reduziert. Da dieser Widerspruch nicht aufzulösen ist, ist die Verbundschule der Gemeinschaftsschule deutlich vorzuziehen.
3. Das Erwitter Gymnasium wird erhalten. Qualitätsstandards und Leistungsfähigkeit sind ohne Gymnasium grundsätzlich gefährdet. Die BG befindet sich auf einem Irrweg, denn bei einer Integration des Gymnasiums in eine Gemeinschaftsschule werden viele Eltern ihre Kinder zu Gymnasien nach Lippstadt schicken. Das hilft weder Anröchte und Erwitte, noch den Schülern und Eltern.
Wir wollen die Situation am Gymnasium, gemeinsam mit Schulleitung, Lehrern, Eltern und Schülern optimieren. Weniger Unterrichtsausfall, eine bessere Außendarstellung und gute Kursangebote, evtl. mit zusätzlichen Partnern, für die Sekundarstufe 2.
4. Aufgrund der demographischen Entwicklung ist der Grundschulstandort Stirpe auf Dauer nicht zu halten. In den Jahren 2011, 2012 und 2013 werden nur jeweils13, 8 und 8 Kinder aus Stirpe und Weckinghausen eingeschult, die teilweise sogar die Grundschule in Erwitte besuchen. Der Vorschlag der BG, diese Schülerzahl in Stirpe durch Schüler aus Erwitte aufzustocken, wäre nichts anderes als Gefälligkeitspolitik und politische Strategie.
5. Wir sollten auf ideologische Schuldebatten verzichten. Es ist unbestritten, dass es in NRW eine Minderheit gibt, die ein anderes Gesellschaftsbild hat und deshalb eine Einheitsschule landesweit einführen will. Gleichmacherei statt Leistungsprinzip. Die Debatte um die strittige Frage, ob die Landesregierung mit der Gemeinschaftsschule den Einstieg in eine Einheitsschule versucht, können wir uns in Erwitte und Anröchte sparen, ebenso wie extrem einseitig besetzte Informationsveranstaltungen.
Die Schülerzahlen reichen für eine Kooperation in der Sekundarstufe 1 und für ein Gymnasium völlig aus.
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