Archiv 2009
22.06.2009
Geld und Gespräche
FDP-Bundesvorsitzender Guido Westerwelle erklärt Wirtschaftsvertretern auf Schloss Körtlinghausen die Grundzüge liberaler Politik
KALLENHARDT Gelbe und blaue Luftballons wiesen den Teilnehmern aus dem Kreis Soest und dem Hochsauerlandkreis den Weg zum Schloss Körtlinghausen: Die FDP hatte Vertreter der Wirtschaft eingeladen, in zwangloser Runde politische Gespräche zu führen und um finanzielle Unterstützung zu werben. Stargast der Veranstaltung: FDP-Bundesvorsitzender Dr. Guido Westerwelle.Den Organisatoren Christian Okon und Tom Schröder aus Brilon ging es darum, im Freundes- und Bekanntenkreis für liberale Politik zu werben. Zum ersten Mal wurden darum potenzielle Spender zu einem gemütlichen Sonntagnachmittag zusammengetrommelt, mit Köstlichkeiten und Prominenz verwöhnt und offenkundig auch gut unterhalten. Der guten Resonanz des „Fundraising Brunch“ wegen, so kündigte er gestern an, würden solche Treffen demnächst jedes Jahr stattfinden.
Westerwelle ergriff bei seiner Festansprache die Gelegenheit und wärmte den rund hundert Anwesenden mit einem alten Slogan die Herzen: nämlich, dass sich Leistung wieder lohnen muss. Überhaupt sei die Tradition in Vergessenheit geraten, über die wichtigsten gesellschaftlichen Fragen ins Gespräch zu kommen. Denn es sei fatal, wenn man sich enttäuscht von der Politik abwende, denn dieses Verhalten würde die falsche Politik verfestigen, betonte der Oppositionsführer. Es sei verhältnismäßig unwichtig, was aus Frau Merkel und aus Herrn Steinmeier wird. Wichtiger sei vielmehr, dass klar sei, welche Werte und welche Geisteshaltung im Land vorherrsche. „Es ist wichtig, selbst die Initiative zu ergreifen“, betonte der 48-Jährige.
Schnell wurde klar, wohin sein Appell zielte: Das Hauptanliegen im Jahr der bevorstehenden Bundestagswahl sei, zu verhindern, dass „sozialistisches Gedankengut durch die Hintertüren in die Parlamente kommt“. Es müsse wieder eine bürgerliche Mehrheit für die nächsten zehn Jahre hinzubekommen sein, sprach Westerwelle von einer entscheidenden Richtungswahl. „Die Wirtschaft ist nicht alles, aber ohne die Wirtschaft ist alles nichts“, ging er auf seine Zuhörer zu. Man müsse sich von dem Gedanken lösen, Leistungsbereitschaft als Körperverletzung umzudeuten, denn „das hat nichts mit Turbokapitalismus zu tun“. Kritik an der Bundesregierung gab es auch: Wer fünf Milliarden Euro in alte Autos steckt, „soll nie wieder behaupten, es sei kein Geld da, um es in junge Köpfe zu stecken“.
Bernd Lehmann, Vorsitzender des FDP-Stadtverbands Rüthen, lernte Westerwelle gestern kennen. Das tue auch dem Stadtverband gut, denn der Besuch des Parteivorsitzenden „ist immer eine gute Botschaft“, meinte er.
Übrigens: Die Feier am Schloss klang ab dem späten Nachmittag aus. Das Programm bezeichnete diesen letzten Tagesordnungspunkt als „Castle-Chill-Out as long as you like“.
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