Schulausschuss diskutiert über Schulkooperation
SPD und FDP: Eltern, Schüler und Lehrer müssen hinter der Sekundarschule stehen.In einer sehr konstruktiven und sachlichen Atmosphäre diskutierte der Sozial- und Schulausschuss am 17.10. das Thema Schulkooperation Anröchte-Erwitte. In einigen Punkten bestand Einigkeit, in anderen nicht:
Einigkeit:
1. Die Schulkooperation und die Sekundarschule sind unumstritten.
2. Um zu beurteilen, wer, wie und was unterrichtet wird, wie gymnasiale Standards ab Klasse 5 definiert werden, müssen das Gesetz und verschiedene Verordnungen vorliegen, deshalb können Ausschuss und Rat zum jetzigen Zeitpunkt noch keine Entscheidung pro oder kontra Sekundarschule fassen.
(Wie kann man dann eine Entscheidung von Eltern oder Schulkonferenz erwarten?)
3. Bei den Eltern besteht eine große Verunsicherung, sie befürchten erhebliche Qualitätseinbußen in der neuen Sekundarschule, dieser Verunsicherung muss durch Informationen begegnet werden.
4. Lehrer werden nur dann weiter motiviert arbeiten, wenn sie von der Sekundarschule überzeugt werden.
5. Die Unterstützung von Lehrern, Eltern und Schülern der Realschule ist Voraussetzung für die Sekundarschule.
(Natürlich für die Sekundarschule incl. Realschule. Wie können CDU, SPD und Verwaltung auf der einen Seite behaupten, die Entscheidung der Schulkonferenz muss abgewartet werden und auf der anderen Seite sagen, die Entscheidung für die Alternative A - Hauptschulen und Realschule - ist bereits gefallen.)
Uneinigkeit:
1. Die FDP äußerte sich klar, die Zustimmung der Schulkonferenz der Realschule ist Voraussetzung für die Auflösung der Realschule.
Bürgermeister Peter Wessel und die Verwaltung haben sich bereits entschieden, die Realschule wird eingebunden. Die CDU äußerte sich nicht eindeutig.
(Wird die Schulkonferenz und deren Kompetenz überhaupt noch ernst genommen?)
Die SPD sprach sich ebenfalls für die Einbindung der Realschule aus, verbunden mit dem Hinweis, dass Lehrer, Schüler und Eltern hinter der Schule stehen müssen.
(Was macht die SPD wenn die Schulkonferenz nicht hinter der Schule steht?)
Die BG äußerte sich in dieser Schulausschusssitzung nicht, hat sich aber zuvor für die Einbindung der Realschule ausgesprochen und sogar die Einbindung des Gymnasiums vorgeschlagen.
2. Die FDP forderte eine offene Diskussion, Transparenz und umfangreiche Informationen - auch über Alternativen – für Eltern, Schüler und Lehrer.
Verwaltung, CDU und SPD sagten, dass eine solch offene Diskussion wie sie im Ausschuss geführt wurde, mit den Eltern, Schülern und Lehrern nicht geführt werden soll.
(Also einseitige Informationen, damit Eltern, Schüler und Lehrer nicht frei entscheiden können?)
Interessante Zitate:
1. Bettina Marbeck, Stadtverwaltung: „Wir haben uns für eine Alternative entschieden, beide Hauptschulen und Realschule“.
(Damit wurde bestätigt, dass es auch die zweite Alternative, zunächst nur mit den beiden Hauptschulen, gibt.)
2. Franz Blöming, CDU: „Nur der Name hat sich im Schulkonsens geändert“.
(Diese Äußerung ist bemerkenswert, denn die CDU-Landtagsfraktion legt besonderen Wert darauf, dass sich die Sekundarschule ganz wesentlich von der Gemeinschaftsschule unterscheidet.)
3. Karin Adamczewski, CDU, wies darauf hin, dass schon jetzt eine große Spannbreite aufgrund der unterschiedlichen Begabungen in den Klassen der existierenden Schulen besteht.
(Diese Problematik wird sich bei Einbindung der Realschule deutlich verschärfen. Genau das ist der Grund warum sich viele Eltern überlegen, ob sie ihr Kind mit Realschulempfehlung zu einer Realschule nach Lippstadt oder zum Gymnasium schicken.)
4. Christof Rasche, FDP: „Wenn wir Eltern, Schüler und Lehrer einseitig informieren und bestehende Fragen auch in Zukunft nicht beantworten können, werden wir diese weder überzeugen noch mitnehmen können“.
(Eltern, Schüler und Lehrer haben ein Recht auf ungefilterte Informationen, nur so können sie frei und sachgerecht entscheiden.)
Fazit:
Die Position der Schulkonferenz der Realschule Anröchte ist von besonderer Bedeutung für die Sekundarschule.
(Über den eindeutigen Beschluss der Schulkonferenz gegen die Gemeinschaftsschule vor der Sommerpause wurden die politischen Gremien der Stadt Erwitte nicht informiert, im Gegenteil, die Verwaltung teilte mit, dass dort alles gut für die Gemeinschaftsschule gelaufen sei.)
Weitere Informationen:
Zeitplan:
09.11., 19 Uhr Informationsveranstaltung für die Grundschuleltern in Erwitte
10.11., 19 Uhr Informationsveranstaltung für die Grundschuleltern in Anröchte
11.11. – 21.11. Elternbefragung
08.12., 18 Uhr gemeinsame Schulausschusssitzung in Anröchte
13.12. Beschlussfassung der Räte in Anröchte und Erwitte
Zu erarbeitende Unterlagen:
- die Präsentation für die Informationsveranstaltungen
- die schriftliche Elterninformation
- das pädagogische Konzept
- der Fragebogen
- die Zweckverbandssatzung
wurden den politischen Gremien der Stadt Erwitte bisher nicht vorgestellt.
Die FDP wird dieses für die Ratssitzung am 8.11. beantragen.
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